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Prof. Dr. med. Dr. phil. Marco Bueter, Prof. Dr. med. Andreas Thalheimer und Tariq Abu-Naaj.
Since 06/2020 64 Episoden

#57 Menopause und Gewicht: Warum sich plötzlich alles verändert

Dr. med. Mirjam Faulenbach über Östrogen, Progesteron, Hitzewallungen, Heisshunger und die Frage, warum Hormonersatztherapie keine einfache Abnehmlösung ist.

26.07.2026 56 min

Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Folge des Adipodcast sprechen Prof. Dr. med. Dr. phil. Marco Bueter, Prof. Dr. med. Andreas Thalheimer und Tariq Abu-Naaj mit Frau Dr. med. Mirjam Faulenbach vom Hormon Zentrum Zürich. Im Mittelpunkt steht die Frage, warum viele Frauen ab Mitte 40 oder rund um die Menopause plötzlich merken, dass sich Gewicht, Körperform, Schlaf, Stimmung und Energie verändern.

Menopause, Hormone und Gewicht: Was wirklich zusammenhängt 
Viele Frauen kennen diese Erfahrung: Man isst scheinbar nicht anders als früher, bewegt sich ähnlich wie bisher - und trotzdem verändert sich der Körper. Das Gewicht steigt leichter, das Abnehmen fällt schwerer, der Bauch wird prominenter, der Schlaf schlechter und die Energie im Alltag weniger stabil. 

In dieser Folge des Adipodcast sprechen wir mit Mirjam Faulenbach vom Hormon Zentrum Zürich (HOZZ) über genau diese Veränderungen. Frau Dr. Faulenbach ist Fachärztin FMH für Endokrinologie und Diabetologie sowie Innere Medizin und seit vielen Jahren im Bereich hormoneller Erkrankungen und Stoffwechselmedizin tätig. 

Ein zentrales Thema der Folge ist die Menopause. 

Wichtig dabei: Menopause ist nicht einfach ein einzelner Zeitpunkt. Zwar wurde sie früher oft über die letzte Menstruation definiert, heute wird aber immer klarer, dass es sich um einen längeren hormonellen Umstellungsprozess handeln kann, der schon Jahre vorher beginnt. 
Frau Dr. Faulenbach erklärt, dass sich schon ab etwa 40 oder 45 Jahren Veränderungen im Zyklus bemerkbar machen können. Wenn nicht mehr in jedem Zyklus ein Eisprung stattfindet, verändert sich unter anderem die Bildung von Progesteron. 

Das kann Beschwerden wie Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Brustspannen, Wassereinlagerungen oder Heißhunger begünstigen. 

Besonders spannend ist die Frage, warum Frauen in dieser Lebensphase häufig schwerer abnehmen. Die Antwort ist komplexer als ein einzelner Hormonwert. Eine wichtige Rolle spielt der sinkende Grundumsatz. Mit zunehmendem Alter braucht der Körper weniger Energie. Gleichzeitig verändern sich Schlaf, Regeneration, Muskelstoffwechsel und Fettverteilung. 

Auch die Körperform kann sich verändern. Wenn weibliche Sexualhormone sinken, wird bei vielen Frauen eine eher männlich geprägte Fettverteilung sichtbarer - also mehr Bauchfett statt vorwiegend subkutanes Fett an Hüfte, Gesäß oder Oberschenkeln. Eine Hormonersatztherapie kann viele Beschwerden verbessern, führt aber nicht automatisch dazu, dass sich die Körperform wieder zurück verändert oder das Gewicht sinkt. 
Ein weiterer Schwerpunkt der Folge ist Schlaf. Dr. Faulenbach macht deutlich, wie wichtig guter Schlaf für Stoffwechsel, Appetitregulation und Energie ist. Schlechter Schlaf kann Stresshormone wie Cortisol erhöhen. Das wiederum kann Insulinresistenz, Hunger, Müdigkeit und Fettanlagerung verstärken. Dadurch entsteht ein Teufelskreis, den viele Betroffene kennen. 

Außerdem sprechen wir über Eiweiss, Muskelmasse und Bewegung. Gerade in der Menopause, aber auch bei Männern und bei Menschen mit Adipositas, spielt eine ausreichende Proteinversorgung eine wichtige Rolle. Gleichzeitig räumt Dr. Faulenbach mit der Vorstellung auf, dass man vor oder direkt nach jedem Sport unbedingt essen müsse. 
Auch moderne medikamentöse Therapien werden eingeordnet. In der Folge geht es darum, ob GLP-1-basierte Therapien wie Semaglutid oder Tirzepatid auch nach der Menopause sinnvoll sein können und welche Rolle eine begleitende hormonelle Behandlung im Einzelfall spielen kann. Wichtig: Die Nennung von Wirkstoffen oder Medikamentennamen stellt keine Therapieempfehlung dar. 
Zum Schluss weitet sich der Blick auch auf Männer: Was passiert mit Testosteron im Alter? Welche Rolle spielt Bauchfett? Und warum führt eine Testosterongabe allein nicht automatisch zu Gewichtsverlust? Auch hier bleibt die zentrale Botschaft: Hormone sind wichtig - aber sie sind nur ein Teil eines komplexen Systems. 

Themen dieser Folge 
 
Warum Menopause kein einzelner Tag ist, sondern ein längerer hormoneller Umstellungsprozess 
 
Was Prämenopause, Menopause und frühe Menopause bedeuten 
Adipodcast - Texte Folge Dr. med. Mirjam Faulenbach 
 
 
Welche Rolle Östrogen und Progesteron spielen 
 
Warum Stimmung, Schlaf, Wassereinlagerungen und Heisshunger hormonell beeinflusst sein können 
 
Warum Frauen ab Mitte 40 häufiger Probleme mit Gewichtsstabilität erleben 
 
Was der sinkende Grundumsatz mit Gewichtszunahme zu tun hat 
 
Warum sich die Fettverteilung in Richtung Bauch verändern kann 
 
Was Hormonersatztherapie leisten kann - und was nicht 
 
Warum Schlafmangel, Cortisol und Insulinresistenz beim Gewicht eine Rolle spielen 
 
Welche Bedeutung Eiweiss, Muskelmasse und Bewegung haben 
 
Wie Abnehmspritzen nach der Menopause eingeordnet werden können 
 
Warum Testosteron beim Mann nicht die einfache Lösung für Bauchfett ist 
 
Über unsere Gästin Frau Dr. med. Mirjam Faulenbach 
Dr. med. Mirjam Faulenbach ist Fachärztin FMH für Endokrinologie und Diabetologie sowie Innere Medizin. Sie ist seit vielen Jahren im Bereich hormoneller Erkrankungen tätig und führt das Hormon Zentrum Zürich. In der Folge beschreibt sie, dass sie die Komplexität der Hormone und deren Zusammenspiel mit Stoffwechsel, Körpergewicht, Schlaf und Lebensqualität bis heute fasziniert. 
Mehr Informationen zum Hormon Zentrum Zürich: https://www.hozz.ch 
Profil von Dr. med. Mirjam Faulenbach: https://www.hozz.ch/aerzte/dr-med-mirjam-faulenbach 
Hinweis zu Hormonen und Medikamenten 
Diese Folge ersetzt keine medizinische Beratung. Hormonelle Beschwerden, Gewichtsveränderungen, Schlafstörungen oder der Einsatz von Medikamenten sollten immer individuell mit behandelnden Ärztinnen und Ärzten abgeklärt werden. Die Nennung von Medikamenten, Wirkstoffen oder Hormonpräparaten stellt keine Einnahme- oder Therapieempfehlung dar. 
Über die ViszeraMed AG 
Die ViszeraMed AG ist eine spezialisierte viszeralchirurgische Praxis in der Schweiz mit besonderem Fokus auf Adipositaschirurgie, metabolische Medizin und Erkrankungen des Verdauungstraktes. Zwei der Hosts des Adipodcast, Prof. Dr. Dr. Marco Bueter und Prof. Dr. Andreas Thalheimer, sind Mitbegründer der Praxis und bringen ihre langjährige klinische Erfahrung auch in den Podcast ein. 
Mehr Informationen: https://www.viszeramed.ch

Unsere Ressourcen
 
Über unsere Webseite Adipositas-Zuerich.ch
Unsere Webseite Adipositas Zürich widmet sich ganz der Aufgabe, Dich umfassend über Adipositas zu informieren – eine Erkrankung, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen für Industrienationen eingestuft wird.
Unser Ziel ist es, Dir ein tiefes Verständnis für die Ursachen, Folgen und die zahlreichen Therapiemöglichkeiten dieser komplexen Krankheit zu vermitteln.
Wir bei Adipositas Zürich sehen es als unsere Mission, sowohl Betroffene als auch medizinisches Fachpersonal durch qualitativ hochwertige Informationen zu unterstützen.
Dabei legen wir großen Wert darauf, die Krankheit Adipositas in all ihrer Komplexität darzustellen und Dir den Weg zu wirksamen Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
 
Die Webseite von Adipositas-Zürich
 
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