Herzlich Willkommen beim Adipodcast

Prof. Dr. med. Dr. phil. Marco Bueter, Prof. Dr. med. Andreas Thalheimer und Tariq Abu-Naaj.
Since 06/2020 55 Episoden

#48 Frauke Kampmann – Wenn der Honeymoon vorbei ist

26 Kilo in 16 Wochen – und die Fragen, die danach kommen

08.03.2026 38 min

Zusammenfassung & Show Notes

Frauke Kampmann ist zurück – 16 Wochen nach der OP, 26 Kilo leichter und so ehrlich wie immer. Im Gespräch mit Marco Bueter, Andreas Thalheimer und Tariq Abu-Naaj spricht sie über Haarausfall, Stimmungstiefs, schleichende Essmuster und die Frage: Ist das noch normal? Eine Folge über die Seiten des Weges, die man so selten hört – und über die kleinen Siege, die zählen.

Was passiert, wenn der erste Schwung nachlässt – und das Leben nach der OP richtig beginnt?
In dieser Folge des Adipodcast begleiten wir Frauke Kampmann ein weiteres Mal auf ihrem Weg nach der bariatrischen Operation. Es ist nun rund 16 Wochen her, dass sie operiert wurde – und Frauke nimmt uns erneut ehrlich und offen mit in ihren Alltag. 26 Kilo weniger, neue Kleidergröße, mehr Lebensfreude – und gleichzeitig: Haarausfall, ein Stimmungstief und das Ringen um alte Essroutinen. Eine Folge, die zeigt, wie vielschichtig die Zeit nach einer bariatrischen OP wirklich ist.

26 Kilo in 16 Wochen – und plötzlich wird es langsamer

Frauke berichtet, dass sie seit der Operation insgesamt 26 Kilo abgenommen hat. Was sich verändert hat: Das Tempo. Der anfängliche Schwung, bei dem es täglich um ein halbes Kilo nach unten ging, ist einem langsameren Rhythmus gewichen. Frauke beschreibt, wie sie sich an dieses veränderte Tempo gewöhnen muss – und wie in einer mehrwöchigen Stagnationsphase Unsicherheit aufgekommen ist. Ist das normal? Passiert da überhaupt noch was?
Prof. Dr. Marco Bueter ordnet ein: Der Gewichtsverlauf ist in den ersten 9 bis 15 Monaten nach der OP typischerweise dynamisch – eine ausgeprägte Plateauphase nach nur vier Monaten ist ungewöhnlich früh. Gleichzeitig betont Tariq Abu-Naaj aus seiner Erfahrung in der Selbsthilfegruppe, dass das Erreichen eines Plateaus für viele Betroffene mit Selbstzweifeln verbunden ist: Habe ich versagt? Liegt es an mir?
Ein wichtiges Thema für alle, die diesen Weg kennen oder gerade beschreiten.

Essverhalten: Wenn alte Muster leise zurückschleichen

Frauke spricht offen über etwas, das viele kennen, aber selten laut sagen: Feste Essenszeiten und die strukturierten Mahlzeiten, die ihr am Anfang so geholfen haben, sind in den letzten Wochen ein wenig ins Wanken geraten. Der Teller bleibt stehen, statt weggeräumt zu werden – und eine halbe Stunde später isst man doch noch einmal.
Das klingt nach einer Kleinigkeit. Ist es aber nicht. Die Hosts erklären, warum Struktur gerade in dieser Phase so entscheidend bleibt: Der Magen ist zwar kleiner, aber wenn man isst, dann pausiert und dann wieder isst, wird die neue Kapazität langsam ausgereizt. Frauke hat das selbst erkannt – und plant, ihre Essensstruktur bewusst wiederherzustellen. Ein sehr ehrlicher Moment, der zeigt: Der Kopf braucht manchmal genauso viel Nachsorge wie der Körper.

Haarausfall und Stimmungstief – Nebenwirkungen, die man kennen sollte

Frauke erwähnt zwei Themen, über die man offen sprechen muss: Haarausfall und ein Stimmungstief, das sie in dieser Phase begleitet.
Prof. Dr. Bueter erklärt: Haarausfall nach bariatrischer OP ist nicht selten und in der Regel zeitlich begrenzt. Eine Untersuchung der Mikronährstoffe im Blut – insbesondere Zink, Selen und Biotin – kann sinnvoll sein und gegebenenfalls durch Supplementierung ausgeglichen werden.
Das Stimmungstief ist laut Bueter weniger typisch für diesen Zeitpunkt – er würde es eher in der Phase nach 12 Monaten erwarten. Frauke beschreibt, dass sie sich gelegentlich antriebslos fühlt und das Gefühl hat, etwas in dieser Phase stimme nicht ganz. Sie hat ähnliche Phasen schon vor der OP erlebt – aber aktuell empfindet sie Zeitpunkt und Intensität als ungewöhnlich.
Beide Themen verdienen Aufmerksamkeit – und vor allem: professionelle Begleitung durch das behandelnde Zentrum.

Positive Veränderungen: Gürtelrose verbessert, mehr Selbstbewusstsein, neues Körpergefühl

Trotz aller Herausforderungen gibt es auch viel Erfreuliches zu berichten. Fraukes Gürtelrose – eine Erkrankung, die vor der OP ihr Leben belastet hat – hat sich seit dem Eingriff spürbar verbessert. Das ist eine der positiven Begleiterscheinungen des deutlichen Gewichtsverlusts und der damit einhergehenden Entlastung des Immunsystems.
Dazu kommt: Frauke passt jetzt in Kleidergröße 40 – noch vor wenigen Monaten trug sie Größe 48. Sie traut sich wieder in die Therme und die Sauna – Dinge, die vor der OP undenkbar gewesen wären. Und sie fühlt sich einfach schön, wenn sie sich modisch anzieht. Das sind keine Kleinigkeiten. Das ist gelebte Lebensqualität.

Feeling of being lost – und warum Nachsorge proaktiv sein muss

Ein wichtiger Appell in dieser Folge: Frauke hatte seit der OP wenig strukturierten Kontakt zu ihrem Behandlungszentrum. Prof. Dr. Bueter bringt es klar auf den Punkt: Das darf nicht so sein. Nachsorge muss proaktiv sein – nicht reaktiv. Ein Gespräch, ein Blutbild, ein Check-in – das gehört zum Standard einer guten bariatrischen Versorgung dazu.
Tariq empfiehlt zudem, den Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe zu suchen. In Fraukes Region – Frankfurt/Aschaffenburg – gibt es gut vernetzte Gruppen, die genau solche Phasen begleiten können. Das Gefühl, mit seinen Gedanken und Zweifeln nicht allein zu sein, kann enorm entlastend wirken.

Take-Home Messages
👉 Ein Gewichtsplateau nach 4 Monaten ist früher als erwartet – Kontakt zum Behandlungszentrum ist wichtig 
👉 Alte Essmuster können schleichend zurückkehren – Struktur und Mahlzeitenplanung bleiben entscheidend 
👉 Haarausfall nach bariatrischer OP ist häufig und zeitlich begrenzt – Mikronährstoffe kontrollieren lassen 
👉 Stimmungstiefs verdienen Aufmerksamkeit – proaktiv mit dem Zentrum besprechen 
👉 Nachsorge muss proaktiv sein – nicht erst wenn Probleme auftreten 
👉 Selbsthilfegruppen bieten wertvolle Unterstützung in genau diesen Phasen 
👉 Die positiven Veränderungen sind real: Gürtelrose verbessert, mehr Lebensqualität, wachsendes Selbstbewusstsein

Über unsere Gästin: Frauke Kampmann
Frauke Kampmann begleitet uns seit Folge #39 auf ihrem Weg rund um die bariatrische Operation. Sie hat uns bereits vor dem Eingriff von ihrer Entscheidung erzählt, uns in den ersten Wochen danach mitgenommen – und tut das nun auch in dieser herausfordernden Phase nach vier Monaten. Ihr Mut zur Offenheit, auch über schwierige Momente zu sprechen, macht diese Reihe zu einem wertvollen Begleiter für alle Betroffenen.

Über die ViszeraMed AG
Die ViszeraMed AG ist eine auf Viszeral- und Adipositaschirurgie spezialisierte Praxis, die Patientinnen und Patienten in der gesamten Schweiz mit einem interdisziplinären und evidenzbasierten Ansatz begleitet – von der ersten Abklärung bis zur langfristigen Nachsorge. Die beiden Adipodcast-Hosts Prof. Dr. med. Dr. phil. Marco Bueter und Prof. Dr. med. Andreas Thalheimer sind Mitbegründer der Praxis und engagieren sich gemeinsam mit ihrem Team auch für eine moderne, ganzheitliche Versorgung von Menschen mit Adipositas.
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Unsere Webseite Adipositas Zürich widmet sich ganz der Aufgabe, Dich umfassend über Adipositas zu informieren – eine Erkrankung, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen für Industrienationen eingestuft wird.
Unser Ziel ist es, Dir ein tiefes Verständnis für die Ursachen, Folgen und die zahlreichen Therapiemöglichkeiten dieser komplexen Krankheit zu vermitteln.
Wir bei Adipositas Zürich sehen es als unsere Mission, sowohl Betroffene als auch medizinisches Fachpersonal durch qualitativ hochwertige Informationen zu unterstützen.
Dabei legen wir großen Wert darauf, die Krankheit Adipositas in all ihrer Komplexität darzustellen und Dir den Weg zu wirksamen Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.
 
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